| 5. März - 14. März 2010 |
| Hybris- Objektkunst von Franca Laufer Eröffnung: Freitag 5. März 2010 um 20:00 Uhr Geöffnet: Sonntags jeweils 15 bis 19 Uhr Die Wesen, die Franca Laufer erschafft, sind eigenartig, fremd und ganz und gar anders. Zusammengesetzt aus allerlei natürlichen und künstlichen Materialien, wie Latex, Strumpfhosen, aber auch falschen Mägen, Haaren, Federn und Fell, scheinen die Objekte der Hamburger Künstlerin in einer Zwischenwelt zwischen Leben und Tod gefangen zu sein. Ein wenig erinnern sie an die bayrischen Wolpertinger, jene Fabelwesen, die von Präparatoren kunstvoll aus verschiedenen Tierteilen zusammengesetzt und Touristen als „echte“ Geschöpfe präsentiert wurden, gefangen angeblich bei Mondlicht in den Wäldern. Unheimlich sind diese Mischwesen, diese Eichhörnchen mit Geweihen und Schnäbeln oder Hasen mit Entenflügeln, weil sie im Gegensatz zum Vertrauten das „Andere“ repräsentieren, das oftmals Angst hervorruft. Auch Laufers Arbeiten lösen auf sonderbare Art Unbehagen aus. Es ist ein ähnliches Gefühl, das man beim Betrachten ausgestopfter Tieren empfindet: Das Wissen darum, dass die Felle einst lebende Wesen umhüllten, dass das Haar menschliche Köpfe schmückte, gruselt uns. Die Objekte Laufers, die sich bisweilen zu raumgreifenden Installationen ausweiten können, spielen bewusst mit den Grenzüberschreitungen zwischen dem Eigenen und dem Anderen, Ekligen und Kuschligen, dem Lebendigen und dem Künstlichen. Dabei inszeniert sich die Künstlerin auch als Wissenschaftlerin, die – ganz wie die literarische Figur des Dr. Frankensteins – ihre eigenen Kreaturen erschafft und sogar zum Leben erweckt. Ihre Hybride fliegen, pulsieren oder taumeln, durch die Hilfe technischer Apparaturen und suggerieren so, zusätzlich zu dem verwendeten realen Körperbestandteilen, Belebtheit und Authentizität. Zudem ist es der Künstlerin wichtig Momente des Uneindeutigen und Unfertigen zu schaffen. Oft entziehen sich ihre Wesen daher klaren Zuordnungen, bleiben mysteriös und rätselhaft. Sexuelle Anspielungen durch phallische Formen und die hier und da als Tierteile auftauchen, sowie eier- oder nabelschnurähnliche Objekte und Details rücken die Werke Franca Laufers weg vom Dinglichen, hin zur leibhaftigen Lebensform. (Christiane Opitz) |
Linda e.V. | Ausstellungsraum & Atelier Hein-Hoyer-Str.13 20359 Hamburg www.chezlinda.de Für die Angaben zeichnet der Veranstalter verantwortlich. |
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